Informationsportal zum Thema HAE

ausgedruckt von www.hae-network.info

ausgedruckt am 06.Jan.2009
HAE Network

Glossary

A

Abdomen

Abdomen ist die medizinische (lat.) Bezeichnung für den Bauchraum mit seinen inneren Organen.

ACE-Hemmer

Bei ACE-Hemmern (Abk. für: Angiotensin Converting Enzyme-Hemmer) handelt es sich um eine Substanzklasse von Arzneistoffen, die zur Behandlung des Bluthochdruckes eingesetzt werden. ACE-Hemmer hemmen u. a. den Abbau von Bradykinin und führen so zu einer Erhöhung der Bradykinin-Spiegel, was ein Angioödem auslösen kann. Dies kann bereits bei der erstmaligen Einnahme eines ACE-Hemmers geschehen. Wichtige Vertreter von ACE-Hemmern sind Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril.

Adrenalin

Adrenalin ist ein Hormon, das im Nebennierenmark gebildet wird und in Stresssituationen in das Blut ausgeschüttet wird. Adrenalin führt u. a. zu einem Anstieg des Blutdrucks, zu einer Beschleunigung des Herzschlags und zu einer Erweiterung der Bronchien. Beim anaphylaktischen Schock wird es (zusammen mit anderen Arzneimitteln) als Notfallmedikament verabreicht. Es kommt dann zu einer Verengung der Blutgefäße, einer Leistungssteigerung des Herzens und zu einer Erleichterung der Atmung.

Agonist

Ein Agonist ist eine körpereigene oder synthetische Substanz (z: B. ein Medikament), die an einen zellständigen Rezeptor bindet, diesen aktiviert und dadurch nachfolgend bestimmte Reaktionen in der Zelle auslöst.
Beispiel für einen Agonisten ist das Gewebshormon Bradykinin, das durch die Bindung an seinen Rezeptor zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Blutgefäße führt. Das Gegenteil eines Agonisten ist ein Antagonist.

Allergie

Bei einer Allergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunssystems auf üblicherweise harmlose Stoffe der Umwelt wie Blütenpollen oder Nahrungsbestandteile oder auf Insektengifte und Arzneimittel. Die Allergie-auslösenden Substanzen werden als Allergene bezeichnet. Der Organismus reagiert auf Allergene mit Zeichen einer Entzündung und der Bildung von Antikörpern.
Hauptverantwortlich für die Reaktionen wie Schwellung, Rötung und Juckreiz ist das Gewebshormon Histamin. Im Extremfall kann sich eine allergische Reaktion zum anaphylaktischen Schock ausweiten, bei dem es zu einem Herz-Kreislaufversagen kommen kann. An der Haut kann sich eine allergische Reaktion in Form von Quaddeln (Urtikaria) zeigen.

Anaphylaktischer Schock

Der anaphylaktische Schock stellt die schwerste Form einer allergischen Reaktion dar und kann durch Allergene wie Arzneimittel, Insektengifte oder Nahrungsbestandteile ausgelöst werden. Beim anaphylaktischen Schock kommt es nach Kontakt mit dem Allergen innerhalb weniger Minuten zu einem raschen Blutdruckabfall mit verminderter Durchblutung wichtiger Organe.
Im Extremfall kommt es zu einem Herz-Kreislaufversagen mit tödlichem Ausgang.

Androgen

Androgen ist der Oberbegriff für jede natürliche oder synthetische Substanz, meist ein Steroidhormon, die die Entwicklung und Erhaltung der männlichen Merkmale bei Wirbeltieren über eine Bindung an Androgenrezeptoren stimuliert und kontrolliert. Dies schließt die Aktivität der akzessorischen männlichen Geschlechtsorgane und die Entwicklung von männlichen sekundären Geschlechtsmerkmalen ein. Androgene, die erstmals 1936 entdeckt wurden, werden auch als androgene Hormone oder Testoide bezeichnet. Androgene sind auch die ursprünglichen anabolen Steroide. Sie sind auch Vorläufer aller Östrogene, der weiblichen Geschlechtshormone. Das hauptsächliche und bekannteste Androgen ist Testosteron.

Angioödem

Als Angioödem wird eine akut auftretende Schwellung bezeichnet, die im Unterhautgewebe von Haut oder Schleimhaut auftritt und zwischen einigen Stunden bis Tagen andauern kann.
Die Schwellung kann sowohl äußerlich (Gesicht, Extremitäten, Genitalien) als auch an inneren Organen (Verdauungstrakt) auftreten.
Beim Larynxödem kommt es zu einer Schwellung im Kehlkopfbereich, die mit lebensbedrohlicher Atemnot verbunden sein kann.

Antagonist

Als ein Antagonist wird in der Pharmakologie ein Arzneimittel bezeichnet, das die Wirkung eines Agonisten abschwächt oder sogar ganz hemmt, indem der Antagonist die Bindungsstelle des Agonisten an seinem Rezeptor blockiert.
Der Antagonist löst dabei selbst keine physiologische Wirkung aus. Auch der Wirkstoff Icatibant ist ein Antagonist, der an den Bradykinin-B2-Rezeptor bindet und damit die Wirkung von Bradykinin hemmt.

Antifibrinolytikum

Ein Antifibrinolytikum ist eine Substanz, z. B. ein Arzneimittel, das die Auflösung von Blutgerinnseln verhindert, indem es den Abbau von Fibrin, einen wichtigen Bestandteil des Blutgerinnsels, hemmt.

Antihistaminika

Antihistaminika (sing.: Antihistaminikum) sind Arzneimittel, die u. a. bei der Behandlung von Allergien oder dem anaphylaktischen Schock zum Einsatz kommen. Sie binden an den Rezeptor des Gewebshormons Histamin, das für die Symptome einer allergischen Reaktion verantwortlich ist, und schwächen die Wirkung des Histamins ab oder heben sie ganz auf.
Antihistaminika sind beim hereditären Angioödem wirkungslos, da hier das Peptidhormon Bradykinin die wesentliche Rolle für die Entstehung der Symptome spielt.

Aszites

Beim Aszites (dtsch.: Bauchwassersucht) kommt es zu einer Ansammlung freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle.
Die Ursachen hierfür können unterschiedlich sein wie z.B. schwere Lebererkrankungen (Zirrhose, Tumor), Bauchfellentzündung, Eiweißmangel.
Auch beim hereditären Angiödem kann ein Aszites auftreten.

ATII-Antagonist

ATII-Antagonisten (auch: Angiotensin-II-Antagonisten) sind blutdrucksenkende Medikamente, die die Bindungsstelle des Hormons Angiotensin-II blockieren.

Als Nebenwirkung kann in sehr seltenen Fällen ein Arzneimittel-induziertes Angioödem auftreten.

Autosomaler Erbgang

Als autosomaler Erbgang wird die Vererbung einer Eigenschaft (eines Gens) bezeichnet, die nicht über die Geschlechtschromosomen erfolgt, sondern über die sogenannten Autosomen, von denen es 22 Chromosomenpaare gibt.
Der Erbgang kann entweder dominant oder rezessiv erfolgen.

B

Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit eines Arzneimittels gibt an, wie schnell und in welchem Ausmaß der Wirkstoff des Arzneimittels vom Körper aufgenommen wird und am Wirkort zur Verfügung steht.
Die relative Bioverfügbarkeit gibt die Bioverfügbarkeit eines Arzneimittels aus einer bestimmten Darreichungsform, z. B. Tablette im Vergleich zu einer anderen an. Üblicherweise werden die verschiedenen Darreichungsformen gegen eine intravenöse Verabreichung des Arzneimittels verglichen, deren Bioverfügbarkeit 100 % entspricht.

Bradykinin

Bradykinin ist ein körpereigenes Peptidhormon, das aus neun Aminosäuren besteht und lokal im Gewebe gebildet wird. Bei Verletzungen oder Entzündungen ist es an der Schmerzvermittlung beteiligt. Es erhöht die Durchlässigkeit der Gefäße, erweitert die Blutgefäße und führt zur Kontraktion der glatten Muskulatur.
Beim hereditären Angiödem ist Bradykinin für die Entstehung der Schwellungen verantwortlich.

Bradyknin-B2-Rezeptor

Der Bradykinin-B2-Rezeptor ist ein Molekül, das in der Membran von Zellen der Gefäßwand sitzt und das Peptidhormon Bradykinin bindet. Durch die Bindung von Bradykinin wird die Durchlässigkeit der Gefäße erhöht.
Der Wirkstoff Icatibant kann Bradykinin von seinem Rezeptor verdrängen und damit dessen Wirkung hemmen.

C

C1-Esterase-Inhibitor

Der C1-Esterase-Inhibitor ist ein Eiweiß (Protein), das die Aktivität des Enzyms C1-Esterase hemmt. Bei den HAE Typen I oder II besteht entweder ein Mangel an C1-Esterase-Inhibitor oder dieses Enzym ist nicht voll funktionsfähig.
Diese Veränderungen sind entweder angeboren oder enstehen durch eine spontane Veränderung eines Gens auf dem Chromosom 11.
Bei unzureichender Aktivität des C1-Esterase-Inhibitors kann es dann über eine Erhöhung der Bradykininkonzentrationen zu den typischen Symptomen des Angioödems kommen: Schwellungen an den Gliedmaßen, im Gesicht, Kehlkopf und Magen-Darm-Trakt.

D

Dominanter Erbgang

Bei einem dominanten Erbgang setzt sich ein Merkmal durch, auch wenn es nur im Erbgut eines Elternteils vorhanden ist. Es kommt bei den Nachkommen auf alle Fälle zur Merkmalsausprägung. Bei einem rezessiven Erbgang müssen beide Elternteile Merkmalsträger sein, damit es bei den Nachkommen äußerlich auftreten kann. Beispiel für einen dominaten Erbgang ist die Vererbung des hereditären Angiödems.

E

ELISA

Der Enzymgekoppelte Immunadsorptionstest bzw. Enzyme-Linked ImmunoSorbent Assay (ELISA) ist eine biochemische Methode, die hauptsächlich in der Immunologie zum Nachweis von Antikörpern oder Antigenen in einer Probe verwendet wird. Der ELISA wird als diagnostische Methode in der Medizin und Pflanzenpathologie sowie als Qualitätskontrollprüfung in verschiedenen Industrien eingesetzt. Bei der Durchführung eines ELISA wird mindestens ein Antikörper mit Spezifität für ein bestimmtes Antigen verwendet. Die Probe mit einer unbekannten Menge an Antigen wird an eine feste Phase (meist eine Polystyren-Mikrotiterplatte) unspezifisch (über eine Adsorption an die Oberfläche) oder spezifisch (über die Bindung durch einen anderen Antikörper mit Spezifität für dasselbe Antigen, beim sog. "Sandwich"-ELISA) gebunden. Nach der Immobilisierung des Antigens wird der Detektions-Antikörper zugegeben und bildet dann einen Komplex mit dem Antigen. Der Detektions-Antikörper kann kovalent an ein Enzym gebunden sein oder selbst durch einen zweiten Antikörper nachgewiesen werden, der über eine Biokonjugation an ein Enzym gebunden ist. Zwischen den einzelnen Schritten wird die Platte meist mit einer milden Detergenslösung gewaschen, um Proteine oder Antikörper zu entfernen, die nicht spezifisch gebunden sind. Nach dem letzten Wasch-Schritt wird die Platte durch Zugabe eines Enzymsubstrats entwickelt, um ein sichtbares Signal zu produzieren, das die Menge an Antigen in der Probe anzeigt. Ältere ELISAs verwenden chromogene Substrate, neuere Tests verwenden hingegen fluorogene Substrate mit weitaus höherer Sensitivität. Vereinfacht ausgedrückt, wird eine unbekannte Menge an Antigen in einer Probe auf einer Oberfläche immobilisiert. Dann wird ein spezifischer Antikörper über die Oberfläche zugegeben. Dieser Antikörper ist an ein Enzym gebunden, das sichtbar reagiert, wenn es z.B. durch Anregung mit Licht im Fall eines fluoreszierenden Enzyms aktiviert wird; die Helligkeit der Fluoreszenz zeigt dann an, wie viel Antigen sich in der Probe befindet.

Enzym

Bei einem Enzym handelt es sich um einen Eiweißstoff, der im Körper biochemische Reaktionen beschleunigt und steuert. So ist z. B. der C1-Esterase-Inhibitor ein Enzym.

epsilon-Aminocapronsäure

epsilon-Aminocapronsäure ist eine synthetisch hergestellte Aminosäure, die die Umwandlung von Plasminogen in Plasmin hemmt. Plasmin ist ein körpereigenes Enzym, das bei der Auflösung von Blutgerinnseln eine Rolle spielt.
epsilon-Aminocapronsäure wird auch zur Behandlung des hereditären Angioödems eingesetzt, wo sie jedoch eine nur schwache Wirkung entfaltet.

F

FAQ

FAQ = "Frequently asked questions" ist die Abkürzung für eine Liste mit häufig gestellten Fragen und Antworten

Fast-Track-Status

Fast-Track-Programme fördern die Entwicklung und beschleunigen die Prüfung neuer Medikamente oder biologischer Produkte, die zur Behandlung schwerer oder lebensbedrohender Krankheiten vorgesehen sind und die das Potenzial aufweisen, bisher
unerfüllten medizinischen Bedürfnissen nachzukommen.

Fibrin

Fibrin ist ein Eiweiß, das bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielt. Es wird aus seiner Vorstufe Fibrinogen durch die Einwirkung des Enzyms Thrombin gebildet. Fibrinfäden schließen sich zu größeren Einheiten zusammen und bilden eine Art Netz, das als Blutgerinnsel die Wunde verschließt.

Fibrose

Bei einer Fibrose wird das geschädigte Gewebe eines Organs als Folge von chronischen Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder degenerativen Prozessen in Bindegewebe umgewandelt, das dann nicht mehr die ursprünglichen Funktionen des betroffenen Organs ausüben kann. Bekannte Beispiele sind die durch einen chronischen Alkoholmissbrauch bedingte Leberzirrhose sowie die Narbenbildung der Haut nach Verletzungen.

G

Gewebshormon

Bei einem Gewebshormon handelt es sich um einen Botenstoff, der in spezialisierten Einzelzellen hergestellt wird und der seine Wirkung vor allem lokal ausübt.
Abkömmlinge von Aminosäuren wie das Histamin oder kleine Eiweißmoleküle (Peptide) wie das Bradykinin sind Beispiele für Gewebshormone.

Glottisödem

Ein Glottisödem ist eine – zumeist akute und lebensbedrohliche - Schleimhautschwellung des Kehlkopfes.

Glukokortikoide

Glukokortikoide zählen zu den Steroidhormonen und werden in der Nebennierenrinde gebildet. Die wichtigsten Vertreter sind Kortison und Kortisol. Sie beeinflussen den Stoffwechsel, z. B. den des Zuckers und besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. Weiterhin dämpfen sie die Aktivität des Immunsystems.
Synthethische Glukokortikoide werden als Arzneimittel u.a. bei Allergien eingesetzt.

H

hereditär

Hereditär bedeutet vererblich und bezeichnet die Weitergabe von Eigenschaften und Merkmalen an die Nachkommen. Bestimmte Erkrankungen wie das hereditäre Angioödem können ebenfalls vererbt werden.

Histamin

Histamin ist ein Gewebshormon, das sich von der Aminosäure Histidin ableitet und u. a. eine wesentliche Rolle bei allergischen Reaktionen spielt.
Es ist bei einer Allergie hauptverantwortlich für die Symptome wie Schwellung, Rötung und Juckreiz.

Hormon

Ein Hormon ist ein Botenstoff, der in Drüsen gebildet wird und über die Blutbahn zu einem Organ oder Gewebe gelangt, wo er über die Bindung an seinen Rezeptor bestimmte Wirkungen in dem Organ auslöst.
Bekannte Beispiele von Hormonen sind das Insulin oder das Adrenalin.

I

i.v.

i.v. ist die Abkürzung für intravenös. Eine i.v.-Injektion ist z. B. die Einbringung eines gelösten Arzneimittels in eine Vene. Eine intravenöse Injektion wird üblicherweise von Personen durchgeführt, die extra dafür ausgebildet wurden (Ärzte, Pflegepersonal).

Icatibant

Icatibant, ein Peptidomimetikum aus 10 Aminosäuren, ist ein selektiver und wirksamer Antagonist von Bradykinin-B2-Rezeptoren.
Durch Bindung an diese Rezeptoren hemmt es die Wirkung des physiologischen Gewebehormons Bradykinin, z. B. beim HAE.
Icatibant befindet sich zur Behandlung des hereditären Angioödems in der letzten Phase der klinischen Entwicklung.

idiopathisch

Idiopathisch bedeutet eigenständig, ohne erkennbare Ursachen auftretend.
Bei idiopathischen Erkrankungen lassen sich keine Ursachen für die Erkrankung feststellen.

Inhibitor

Ein Inhibitor in der Medizin bzw. Pharmakologie ist ein Arzneimittel, das biochemische Prozesse verzögert oder hemmt.

Integrine

Eine große Familie wichtiger Proteine, die es den Zellen ermöglichen, an extrazelluläre Substanzen zu binden und auf diese zu reagieren. Integrine sind an verschiedenen Zellfunktionen beteiligt, u.a. an Wundheilung, Zelldifferenzierung, Wachstum von Tumorzellen und natürlichem Zelltod.

Intubation

Bei der Intubation wird ein Schlauch über den Mund oder die Nase in die Luftröhre zur Sicherung der Atemwege eingeführt.

Inzidenz

Die Inzidenz gibt die Zahl der Neuerkrankungen für eine bestimmte Erkrankung in der Bevölkerung an (s. a. Prävalenz).

K

Kolik

Bei einer Kolik kommt es zu äußerst schmerzhaften Krämpfen, die unterschiedliche Organe wie z. B. den Darm, die Nieren oder die Gallenblase betreffen können. Die Krämpfe treten wehenartig auf, wobei sich Schmerzphasen mit beschwerdefreien Phasen abwechseln.

Komplement

Das Komplementsystem ist ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems. Es besteht aus mehr als 30 Proteinen, die gelöst oder zellgebunden im Blutplasma vorkommen. Das Komplement-System ist an der Abwehr von Erregern wie Bakterien oder Pilzen beteilgt. Es kann jedoch auch gewebeschädigende Wirkungen haben, wenn es bei bestimmten Erkrankungen wie z.B. einigen Autoimmunerkrankungen, außer Kontrolle gerät.

Kontrazeptivum

Ein Kontrazeptivum ist ein Mittel zur Empfängnisverhütung, so z. B. die „Pille“, die weibliche Sexualhormone (Östrogene und Gestagene) enthält. Die Pille wird auch als Auslöser für das hereditäre Angioödem vom Typ III vermutet.

L

Larynx

Larynx ist die anatomische Bezeichnung für den Kehlkopf.

Larynxödem

Das Larynxödem ist ein Kehlkopfödem (s. a. Glottisödem).

M

Manifestation

In der Medizin wird als Manifestation das Sichtbarwerden einer Erkrankung bezeichnet.

O

Oedem

Ein Oedem ist eine Einlagerung von Flüssigkeit in das Gewebe oder in Körperhöhlen.
Der Austritt von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem ist beim hereditären Angioödem durch eine erhöhte Durchlässigkeit von Zellschichten in der Gefäßwand bedingt.

Oestrogene

Die Östrogene (auch: Estrogene) sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Sie werden vor allem in den Eierstöcken gebildet, in geringerem Umfang auch in der Nebennierenrinde. In und nach den Wechseljahren nimmt die Produktion der Östrogene deutlich ab. Östrogene spielen beim hereditären Angioödem Typ III wahrscheinlich als Auslöser eine Rolle.

Open-Label-Studie

Wird ein Arzneimittel in einer Open-Label-Studie klinisch geprüft, so wissen die an der Studie beteiligten Personen (Arzt, Patienten, Studienassistenten), welches Arzneimittel bzw. welcher Wirkstoff in der Studie eingesetzt wird. Bei einer Doppel-blindstudie hingegen, bei der ein Wirkstoff z. B. im Vergleich zu einem Schein-präparat (Placebo) geprüft wird, wissen weder Arzt noch Patient, welches Präparat bei dem jeweiligen Studienteilnehmer zum Einsatz kommt.

Orphan-Drug-Status

Der Orphan-Drug-Status sieht für Arzneimittel, die zur Behandlung seltener Erkrankungen entwickelt werden, spezielle Bedingungen bei den Zulassungsbehörden vor. So wird einem Hersteller, der ein Orphan-Drug entwickelt, ein alleiniges Vertriebsrecht in der EU für die beantragte Indikation für die Dauer von zehn Jahren eingeräumt. Der Orphan-Drug-Status soll pharmazeutischen Herstellern als Anreiz dafür dienen, Medikamente für seltene Erkrankungen zu entwickeln.

P

Pathogenese

In der Medizin wird die Entstehung und Entwicklung von Krankheiten als Pathogenese bezeichnet.

Peptid

Ein Peptid ist ein Molekül, in dem mindestens zwei bis zu ungefähr 100 Aminosäuren über eine sogenannte Amid- bzw. Peptidbindung miteinander verbunden sind. Peptide können im Organismus des Menschen unterschiedliche Wirkungen ausüben.
So ist z. B. Bradykinin ein Peptid, das lokal als Hormon wirkt.

Peptidomimetikum

Ein Peptidomimetikum ist ein Peptid, in dem natürliche und nicht-natürlich vorkommende Aminosäuren über eine Amidbindung miteinander verknüpft sind. Peptidomimetika werden u. a. als Arzneimittel eingesetzt. So ist z. B. der Bradykinin-B2-Rezeptorantagonist Icatibant ein Peptidomimetikum.

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik beschäftigt sich damit, wie schnell und in welchem Ausmaß der Wirkstoff aus einem verabreichten Arzneimittel vom Körper aufgenommen wird, in den Blutkreis gelangt und wieder ausgeschieden wird.

Phase I-IV

Die Entwicklung eines Arzneimittels erfolgt in klinischen Studien, die in unterschiedliche Phasen eingeteilt sind.
In der Phase I wird das zu prüfende Arzneimittel erstmals am Menschen angewendet. Vorausgegangen sind präklinische Studien, in denen die toxikologischen Eigenschaften des Arzneimittels geprüft worden sind. In dieser Phase der Entwicklung sollen an einer kleinen Zahl (6-32) von gesunden Personen vor allem die Sicherheit und Verträglichkeit des Medikamentes geprüft werden. Weiterhin werden Daten zur Dosierung, zum Stoffwechsel (Pharmakokinetik) und zur Wirkung (Pharmakodynamik) des Arzneimittels ermittelt.
In der Phase II erfolgt dann die Überprüfung des Therapiekonzeptes (proof of concept) an einer ausgesuchten Gruppe von Patienten (50-200). Weiterhin soll in dieser Studienphase die geeignete Therapiedosis festgelegt werden. Zusätzlich werden auch wieder Daten zur Sicherheit gesammelt.
In der Phase III soll der Beweis erbracht werden, dass das Arzneimittel in einer vorher festgelegten Dosierung eine statistisch signifkante Wirkung erbringt. Hierzu wird das Arzneimittel an einer größeren Patientengruppe (200 bis 10.000) geprüft, entweder im Vergleich zu einem Scheinpräparat oder im Vergleich zu einem bereits zugelassenen Medikament oder einer zugelassenen Behandlungsmethode.
Ist das Arzneimittel zugelassen worden, so wird in der Phase IV das Sicherheitsprofil des Medikamentes weiter geprüft. So sollen in dieser Phase z. B. sehr seltene Nebenwirkungen festgestellt werden, die an der kleinen Patientenzahl der vorherigen Studien nicht unbedingt entdeckt werden konnten.

Placebo

Ein Placebo ist eine pharmakologisch inaktive Zubereitung (z. B. Tablette, Gel, Lösung), die als Kontrolle im Vergleich zu einer aktiven Substanz (Verum) in Doppelblind-Studien eingesetzt wird. Da bei solchen Studien weder Arzt noch Patient wissen, ob ein Placebo oder der aktive Wirkstoff eingesetzt werden, werden ungewollte Beeinflussungen vermieden, die sonst durch die Kenntnis des verabreichten Präparates möglich sind.

Präklinische Entwicklung

In der Phase der präklinischen Entwicklung werden grundlegende pharmakologische Wirkungen und Eigenschaften eines Arzneimittels wie z. B. Auswirkungen auf das Erbgut geprüft.
Erst wenn diese präklinischen Studien gezeigt haben, dass das Arzneimittel als unbedenklich gelten kann, dürfen klinische Studien am Menschen durchgeführt werden.

Prävalenz

Die Prävalenz gibt an, wieviele Personen in der Bevölkerung bzw. in einem bestimmten Teil der Bevölkerung an einer Krankheit leiden (s. a. Inzidenz).

Proliferation

In der Medizin wird mit Proliferation die Vermehrung und das Wachstum von Gewebe durch Zellteilung bezeichnet.

Proof-of-Concept-Studie

In einer Proof-of-Concept-Studie (Phase II) wird am Menschen geprüft, ob ein in der Entwicklung befindliches Arzneimittel tatsächlich die vermutete Wirkung aufweist. Wenn die Wirksamkeit nachgewiesen wurde, kann die Entwicklung des Arzneimittels in Phase-III-Studien fortgesetzt werden.

Prophylaxe

Als Prophylaxe werden Maßnahmen bezeichnet, die zur Vorbeugung von Krankeiten oder deren Symptomen durchgeführt werden.

Protein

Proteine sind große biologische Moleküle, auch als Eiweiße bezeichnet, die aus 100 bis über 1000 Aminosäuren bestehen. Die Aminosäuren sind über eine sogenannte Amidbindung miteinander verbunden.
Der Mensch verfügt über 20 Aminosäuren, die in unterschiedlicher Reihenfolge zu Proteinen verknüpft werden können. Kleinere Eiweißverbindungen (< 100 Aminosäuren) werden als Peptid bezeichnet.

R

rezessiver Erbgang

Bei einem rezessiven Erbgang müssen beide Elternteile Merkmalsträger sein, damit ein bestimmtes Merkmal bei den Nachkommen äußerlich auftreten kann.
Trägt nur ein Elternteil das rezessive Merkmal, so kann es bei den Nachkommen durch ein Merkmal des anderen Elternteils überdeckt werden. Auch wenn ein rezessives Merkmal äußerlich nicht sichtbar wird, so kann es doch weiter vererbt werden (s. a. Dominater Erbgang).

Rezidiv

Bei einem Rezidiv handelt es sich um die Wiederkehr einer Krankheit oder ihrer Symptome nach vorausgegangener Rückbildung.

S

subkutane Injektion

Bei einer subkutanen Verabreichung eines Medikamentes wird dieses unter die Haut gespritzt. Diese Verabreichung ist einfacher zu handhaben als eine intravenöse Injektion. Eine subkutane Injektion kann vom Patienten selbst durchgeführt werden. Der Wirkstoff Icatibant wird z. B. subkutan verabreicht.

Substitution

Substitution bezeichnet in der Medizin den Ersatz eines fehlenden körpereigenen Stoffes durch die externe Gabe dieses Stoffes. So werden z. B. Diabetiker mit Insulin substituiert, wenn ihre Bauchspeicheldrüse nicht mehr oder in nicht ausreichendem Maße Insulin herstellen kann.

T

Tranexamsäure

Tranexamsäure ist ein Arzneimittel (Antifibrinolytikum), das die Auflösung von Blutgerinnseln verhindert, indem sie das Blutgerinnsel-auflösende Enzym Plasmin hemmt.

Trauma

In der Medizin wird eine durch äußere Gewalteinwirkung entstandene Verletzung oder Schädigung des Körpers als Trauma bezeichnet.

U

Urticaria

Als Urtikaria bezeichnet man die Nesselsucht. Hierbei enstehen durch ein Allergen (Nahrungsmittel, Medikamente) gerötete, juckende Quaddeln in der Oberhaut.
Auch durch emotionalen Stress oder physikalische Einwirkungen (Kälte, Wärme, Druck) können Urtikaria auftreten.
Disclaimer: Die Bereitstellung sämtlicher Informationen auf dieser Website erfolgt unter Ausschluss jeglicher Gewähr. Obwohl sich der Betreiber um eine laufende Überprüfung des Inhaltes der Website bemüht, kann diese Fehler / Ungenauigkeiten enthalten.